Christa Wolf als gute Seele in den Ruhestand verabschiedet
Frontenhausen. (ez) Ein einschneidender Tag war es an der Mittelschule in Frontenhausen, denn die langjährige Sekretärin und treue Seele des Hauses – Christa Wolf – verabschiedete sich in den wohlverdienten Ruhestand. Im Rahmen einer Abschiedsfeier wurden ihre Verdienste gewürdigt.
„Wenn ich heute so in die Runden schau, dann wird mir wieder bewusst, dass der Begriff Schulfamilie mehr als nur ein Wort ist“, begann Rektorin Claudia Gärtner. Christa Wolf war mit ihrem Mann Walter und Sohn Thomas zugegen. Mit viel Liebe zum Detail und im Geheimen wurde geplant. Dabei brachte sich die gesamte Schulfamilie rege und aktiv mit ein. Eine besondere Persönlichkeit der Mittelschule stand im Mittelpunkt: „Eine Person, ohne die hier vieles nicht so reibungslos, nicht so herzlich und ganz sicher nicht so menschlich gelaufen wäre, unsere Sekretärin Christa“. Das Sekretariat ist das Herz einer Schule. Hier laufen alle Fäden zusammen: Anmeldungen, Telefonate, Pflaster, Formulare, gute Nachrichten, manchmal auch Sorgen. Sie saß mittendrin mit einem offenen Ohr, einem klaren Kopf und einer bewundernswerten Geduld. Sie war die erste Stimme am Telefon, oft das erste Gesicht, das man beim Betreten der Schule gesehen hat. Für die Schüler war sie die Anlaufstelle bei Bauchschmerzen, vergessenen Sportsachen oder verlorenen Schlüsseln. Für die Lehrkräfte war sie Organisationstalent, Ruhepol und Rettungsanker in stressigen Momenten. Und für die Schulleitung war sie unbezahlbar. All das hat sie stets mit Professionalität und Herzlichkeit gelebt. Danke sagte Gärtner für die Loyalität, die Kompetenz, das Mitdenken, Mitfühlen und Mittragen.
Schulamtsdirektor Michael Schütz ging auf die Sache „Wolf“ näher ein. In der Politik bereitet er gerade Kopfzerbrechen, in der Märchenwelt ist er eine dunkle Gestalt und verschlingt sogar die Großmutter. Auch in Frontenhausen gab es eine Wölfin. Dem Schulamt gingen jedoch keine Meldungen ein, dass weder Kinder noch Schulleitungen von dieser verschlungen wurden. Vielmehr sei das Gegenteil der Fall. Während Lehrer oft hektisch und aufgescheucht durch die Gänge flattern, war sie der unerschütterliche Fels in der Brandung. Sie hat das Kunststück vollbracht, das Telefon zu bändigen, Pflaster zu verteilen und gleichzeitig die Ruhe eines erfahrenen Leitwolfs auszustrahlen und sein Rudel fest im Blick zu haben. Das Sekretariat bezeichnete er als Wolfsbau, ein Ort, an dem niemand gefressen wurde, sondern jeder stets ein offenes Ohr und eine Lösung fand. Die sanfte Pfote zog er in der Symbolik hervor. „Ihre Zuverlässigkeit ist sprichwörtlich“, so Schütz. Denn wenn es brannte, blieb sie cool. Während andere laut wurden, wirkte sie leise und hat alle geerdet. Über eine ausgezeichnete Intuition, über ein gutes Gespür für den Mitmenschen verfügte sie. Für diese gezeigte Geduld in Allem, mit der sie Situationen entschärft hatte, dankte er. Von vorbildlicher und loyaler Zusammenarbeit sprach er. Und noch ein Wesensmerkmal hob er heraus, ihre Bescheidenheit. Das Sekretariat ist so etwas wie eine Visitenkarte einer Schule. Vonseiten des Schulamtes wünschte er nun alles Gute, vor allem Gesundheit und Zufriedenheit. „Die Mittelschule Frontenhausen wird Sie vermissen“, schloss er.
Seit 2011 war Christa Wolf fester und unverzichtbarer Bestandteil der Mittelschule, so die dritte Bürgermeisterin Gaby Seisenberger. Vom organisatorischen Herz der Schule sprach sie und auch von der guten Seele des Hauses. Die Aufgabe der Sekretärin hat sie weit mehr als nur erfüllt: sie war da! Für die Anliegen und kleinen Sorgen, quasi für alles. Wer das Sekretariat betrat, traf auf Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit und ein offenes Ohr. Sie hatte für jede Situation die passende Antwort, für Probleme eine Lösung und wenn nicht sofort, dann kümmerte sie sich darum. Gerade im Schulalltag, der sich stetig verändert, hat sich den Überblick behalten, strukturiert gearbeitet und dabei nie den Menschen aus dem Blick verloren. Dafür gebühre ihr höchste Anerkennung und ein großes Dankeschön. Jetzt startet für sie ein neuer Lebensabschnitt. Im Namen der Marktgemeinde dankte sie für die langjährige und engagierte und äußerst wertvolle Arbeit. Sie habe das Miteinander in diesem haus entsprechend mitgeprägt, menschlich wie organisatorisch. So wünschte sie Zeit für sich, für die Familie und Freunde und für die Dinge, die bisher vielleicht warten mussten.
Stellvertretend für den Elternbeirat sprach Magda Graßl von einem Tag der Dankbarkeit. Mit unermüdlichem Einsatz und Herz habe sie das Schulleben geprägt. Sie war mehr als die gute Seele, sie war erste Ansprechpartnerin, zuverlässige Unterstützerin und oftmals auch Retterin in letzter Minute. Vonseiten der Elternschaft dankte sie für die Menschlichkeit, die Leistungen, die Geduld und vieles mehr und wünschte für den neuen Lebensabschnitt nur das Beste. Eine große Lücke werde sie an der Schule hinterlassen. Man lasse sie ungern ziehen, gönnt ihr aber das Kommende von Herzen.
Auch das Team der Mittagsbetreuung sagte mit einem Präsent Dankeschön. Die Schülersprecherinnen Emilia Salmen und Laura Denk leiteten zur Geschenküberreichung der jeweiligen Klassen über. Sie dankten dafür, dass Christa Wolf immer für die Schüler da war. Jede Klasse hatte noch ein Video gedreht, das für bewegte Momente sorgte. Ob Blumen der Fünftklässler, damit sie das Wachsen miterleben kann. Sogar Spezialrezept hatten die Schüler mitgebracht, kräftig umgerührt und fertig war die perfekte Sekretärin. Einen Wellnessgutschein gab es auch, den nwenn ihr der Ruhestand zu hektisch wird, dann darf sie jederzeit einen Tag zur Schule zurückkommen, zu ihrem persönlichen Wellnesstag. „Bleiben Sie so, wie sie sind“, war mehrfach zu hören, ob Brotzeit oder Puzzleteile – die Geschenke waren individuell und wurden zu ihr in den Kontext gebracht. Sie war einfach stets „bombig“ zu den Schülern, die auch einen typischen Schultag aufzeigten und zwar mit viel Witz und Humor. „Vielen Dank, dass Sie immer Ordnung in das Chaos gebracht haben“, war der Schlusssatz, den die 9a für die Schüler setzte. Das Lehrerkollegium ist schon ein besonderer Haufen, so der Moderator Franz Eibauer, der das Schlusslied ankündigte. „Wir sagen Dankeschön, 15 Jahre die Christa“ – was wäre man ohne sie gewesen. Jetzt heißt es garteln, puzzeln, reisen, in der neuen Küche lecker speisen, denn mit der Arbeit ist es nun vorbei.
Als Ehrengäste begrüßte die Rektorin neben den Grußwortrednern auch Kämmerer Thomas Zehentner sowie die Vertreter der benachbarten Grundschule. Ein Dank ging an den Bauhof, die wieder in den Vorbereitungen stark unterstützt haben.
„Bleibt alle so wie ihr seids“, bedankte sich am Ende Christa Wolf bei ihrer Schulfamilie. In persönlicher Runde bestand noch die Möglichkeit, sich von ihr zu verabschieden, über Erlebtes zu plaudern.
Quelle: Dingolfinger Anzeiger vom 07.03.2026, bereitgestellt von Frau Monika Ebnet
